Lukanisches Doppelwerk

Lukas als Historiker. Zur Datierung des lukanischen Doppelwerkes

Alexander Mittelstaedt

 

Texte und Arbeiten zum Neutestamentlichen Zeitalter 43

francke verlag

2006, 271 Seiten

 

Der Althistoriker Mittelstaedt untersucht in seiner Dissertation von Neuem die Datierung des lukanischen Doppelwerkes. In einem forschungsgeschichtlichen Abriss zeigt er, wie über Jahrzehnte hinweg Theologen einander abgeschrieben haben, oft, ohne die Gegenargumente zur gängigen Spätdatierung ernsthaft zu überprüfen. Anschliessend behandelt Mittelstaedt die relevanten Fragen (insbesondere die Tempelzerstörung um 70 n.Chr. und allfällige Anspielungen im LkEv darauf, den abrupten Schluss der Apostelgeschichte und die Wir-Berichte in der Apostelgeschichte) und kommt schlussendlich zu einer Datierung Ende der 50er Jahre, wobei sich die Fertigstellung der Apostelgeschichte dann noch um einige Jahre in die 60er Jahre hinein verzögerte.

Lukasevangelium

Der Sühnetod des Gottesknechts: Jesaja 53 im Lukasevangelium

Ulrike Mittmann-Richert

 

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament II/220

Mohr Siebeck

2008, 427 Seiten

 

Umschlagtext: "Ulrike Mittmann-Richert entwickelt in kritischer Auseinandersetzung mit der älteren und neueren Lukasforschung eine neue lukanische Soteriologie. Sie wendet sich gegen die These, bei Lukas habe das Kreuz Christi nicht den Stellenwert, den es in anderen neutestamentlichen Schriften hat. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß Lukas das Kreuzesgeschehen von Jesaja 53 her durchdringt und Jesus auf seinem Weg an das Kreuz konsequent als den von Gott zur Erlösung des Menschen gesandten Gottesknecht stilisiert. Lukas versteht den Kreuzestod Jesu als ein Sühnegeschehen, gleichzeitig als die eschatologische Zeitenwende. Die Autorin erstellt dieses soteriologische Profil des Lukasevangeliums in der Auslegung seiner Haupttexte, vor allem der Passions- und Ostererzählungen."

Lukas als Historiker der letzten Jesusreise

Armin Daniel Baum

 

TVG R.Brockhaus

1993, 462 Seiten

 

(md). Diese umfangreiche Dissertation umfasst u.a. eine gründlichen Exegese des Lukasprologs (Lk. 1,1-4) deren Ergebnisse dann auf den sogenannten lukanischen Reisebericht (Lk. 9-18/19) angewendet werden. Es wird deutlich, dass Lukas als antiker Historiker bestrebt ist Gegenwartsgeschichte wahrheitsgetreu wiederzugeben und dazu insbesondere Augenzeugen befragt hat.

Apostelgeschichte

Die Apostelgeschichte des Lukas in ihrem historischen Kontext - drei Fallstudien

Jacob Thiessen (Hg.)

 

Studien zu Theologie und Bibel 10

Lit Verlag

2013, 152 Seiten

 

Dieser Band enthält folgende drei Beiträge:

  • Lokalkolorit in der Apostelgeschichte des Lukas und in den apokryphen Apostelgeschichten – Realitätseffekt oder Authentizitätsmarker? Ein Vergleich (Alexander Weiß)
  • Die Stephanusrede im Kontext des hellenistischen Judentums (Jacob Thiessen)
  • Apostelgeschichte 27 – Bericht oder Roman? (Marius Reiser)

Der Zeuge des Zeugen

Claus-Jürgen Thornton

 

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament

Mohr Siebeck

1991, 430 Seiten

 

Umschlagtext:

„Wohl keine neutestamentliche Kontroverse seit dem Streit um den historischen Jesus hat die Öffentlichkeit in einem solche Maß erreicht und bewegt wie die jüngste Debatte um die Romfahrt des Paulus. Der professionell lancierte Versuch eines Laien, die Schilderung der Apostelgeschichte Punkt für Punkt als einen historischen Tatsachenbericht des Lukas zu erweisen hat die Fachwelt erschüttert; nicht nur weil sie auf propagandistische Weise vor aller Augen bloßgestellt wurde, sondern weil sie sich daran gewöhnt hatte, historische Fragen zu tabuisieren und exklusive Aufmerksamkeit für den literarisch-theologischen Gestaltungswillen des unbekannten Autors zu verlangen. Der mühsam zugeschüttete Graben zwischen Geschichte und Glaube ist hier erneut aufgerissen:

Entweder war der Autor der Apostelgeschichte ein Mitarbeiter des Paulus, der Fakten referiert, oder ein Unbekannter, der die Historie lediglich als Vehikel seiner christlichen Weltdeutung benutzt.

Die vorliegende Arbeit geht einen dritten Weg zwischen positivistischer Geschichtsüberhöhung und dogmatisierendem Geschichtsverlust. Eine genaue Untersuchung der altkirchlichen Zeugnisse über den Autor des Doppelwerkes an Theophilus sowie die literarische Analyse der drei „Wir-Erzählungen“ in der Apostelgeschichte führen zu dem Ergebnis, dass wir es vermutlich mit dem Werk des Paulusbegleiters Lukas zu tun haben.“