Politische Ethik

An welchem Punkt stehen wir? Die Epidemie als Politik

Giorgie Agamben

 

Turia + Kant

2021, 155 Seiten

 

Verlagstext: "Im Namen der öffentlichen Gesundheit hat sich in vielen Ländern ein Regierungsstil durchgesetzt, dessen Angelpunkt der Erlass von Notverordnungen von zweifelhafter verfassungsmäßiger Richtigkeit war. Der Ausnahmezustand ist zum Normalzustand geworden. Einer der Ersten, der gegen diese Entwicklung seine Stimme erhob, war der heute bedeutendste Theoretiker der Staatskrisen, Giorgio Agamben.

Seine anfängliche Empörung geht im Verlauf seiner Wort­mel­dungen, die hier nachzulesen sind, in die tiefere Analyse der neuen politischen Konstellation der »Biosicherheit« über: eine Verbindung des juristisch-politischen Dispositivs des Ausnahmenzustands mit der Wissenschaft, insbesondere einer sakralisierten Medizin, und den digitalen Technologien.

Auch wenn dieser Ausnahmezustand irgendwann wieder vorbeigehen mag, bleibt die beängstigende Evidenz, dass eine Gesellschaft, die im ständigen Ausnahme­zustand lebt, keine freie Gesellschaft sein kann. Was auf dem Spiel steht, ist nicht weniger als die Abschaffung des öffentlichen Raums, der persönlichen Beziehungen, der Versammlungs­freiheit, der religiösen Freiheiten und noch mehr. Nichts weniger als das hat Agamben vorausgesehen."

Recht auf Widerstand gegen die Obrigkeit? (2 Bände)

Jürgen-Burkhard Klautke

 

KOK-Kampen

1994, 634 Seiten und 269 Seiten

 

md. In dieser Doktorarbeit geht der Autor der Frage nach, wie die Christen bis zum Ende der Reformationszeit (und teilweise darüber hinaus bis zu Kant) über das Recht urteilten, gewaltsam gegen die weltliche Macht vorzugehen. Dem Autor geht es dabei keineswegs darum, „enzyklopädische Vollständigkeit“ zu erreichen. Das wäre bei den durch die Themenstellung gegebenen langen Zeitabschnitten auch kaum möglich. Vielmehr bietet er einen „historischen Längsschnitt“. Für jede Epoche werden jeweils die wichtigsten theologischen und biblisch-exegetischen Argumente für oder gegen gewaltsamen Widerstand dargestellt.

 

Als historischen Ausgangspunkt für diesen Längsschnitt wählt Klautke das politische Denken der griechischen und römischen Antike, denn von keiner andere Epoche, aus keiner anderen politisch-philosophischen Quelle wurde das politische Denken des Abendlandes - und damit auch der Christen - so stark beeinflusst, wie von den Griechen und Römern.