Kommentarliste auf Amazon

Eine hilfreiche Liste, um sich durch den Kommentar-Dschungel alttestamentlicher Kommentare zu wühlen: klick. Die Unterscheidung in "liberal" und "orthodox" ist natürlich eine Vereinfachung und bezieht sich wohl nicht so sehr auf dogmatische Fragen, als vielmehr auf die Positionierung bezüglich Historizität und literarische Integrität der biblischen Bücher. Als Überblick allemal hilfreich.

Exodus

Exodus 19-40

Christoph Dohmen

 

Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Verlag Herder

2004, 415 Seiten

 

Verlagsbeschrieb: "Das Buch Exodus steht in vielfältiger Hinsicht im Zentrum der Bibel, enthält es doch die Lebensgrundlage für das ,,Volk Gottes". Der im vorliegenden Band kommentierte zweite Teil des Buches Exodus entfaltet in den Erzählungen von Israel am Sinai die für die Bibel - bis ins Neue Testament hinein - bleibend gültigen Themen von Volk Gottes, Bund, Nähe Gottes im sozialen und kultischen Leben, Offenbarung sowie vor allem den Gedanken der Barmherzigkeit Gottes. Gegenwart und Nähe Gottes sind der rote Faden, der sich durch die anscheinend disparaten Stoffe dieser Kapitel zieht und sie zu einer festen Einheit zusammenbindet. Auf das ,,Verstehen" dieses inhaltlichen und formalen Zusammenhangs ist der vorliegende Kommentar ausgerichtet. Dies geschieht im ständigen Dialog mit dem jüdischen Verstehen dieser Texte."

Das Buch Exodus

Benno Jacob

 

Calwer Verlag

1997, 1098 Seiten

 

Aus dem Vorwort des Herausgebers:

"Der Exodus-Kommentar wurde von Benno Jacob 1935 begonnen, 1940 beendet, jedoch bis 1943 überarbeitet und revidiert.

[...]

Wir übergeben heute den Exodus-Kommentar dem deutschsprachigen Lesepublikum mit gemischten Gefühlen: Zum einen mit grosser Genugtuung, das Manuskript 'erlöst' zu haben. Zum anderen aber handelt es sich nicht mehr um den Leser, für den Rabbiner Benno Jacob seinen Kommentar geschrieben hat - die damaligen jüdischen Gemeinden existieren nicht mehr, sie wurden von dem NS-Staat zerstört, wenn sie nicht - wie Benno Jacob selbst - rechtzeitig ihr Deutschland verliessen."

 

Der Kommentar besticht nicht nur durch gehaltvolle, theologische Einsichten, sondern auch durch die spitze Feder, mit welcher Jacob besonders der protestantischen Bibelkritik begegnet. Kostprobe: "... die Kritik schliesst von sich auf andere und setzt mit naiver Selbstverständlichkeit voraus, dass das alte Israel mit dem ihm heiligsten eigensten Wort des allmächtigen Gottes ebenso umgesprungen sei, wie sie es tut. Niemals hat ein israelitischer Prophet eine solche Vollmacht usurpiert, die die des Mose weit hinter sich lässt" (S.600).

Leviticus

Leviticus (3 Bde)

Jacob Milgrom

 

The Ancor Bible

Doubleday

1991, 2000, 2001

 

Der umfassendste und gründlichste Kommentar zum Buch Leviticus. Da Jacob Milgrom, ein konservativer jüdischer Gelehrter, die allgemein übliche Spätdatierung priesterschriftlicher Texte ablehnt, wird dieser Kommentar oft in Randbemerkungen oder Fussnoten beiläufig abgetan, ohne dass eine gründliche Auseinandersetzung mit seinen Argumenten stattfindet.

The Book of Leviticus

Gordon J. Wenham

 

New International Commentary on the Old Testament

Eerdmans Publishing Company

1979

 

Gordon J. Wenham gehört zu den "Big Players" unter den eher evangelikalen Alttestamentlern. Er setzt sich entsprechend kritisch mit den (zu seiner Zeit) gängigen Positionen der Pentateuchkritik auseinander.

Deuteronomium

Deuteronomy

James Gordon McConville

 

Apollos Old Testament Commentary

Apollos/InterVarsity Press

2002

 

McConville gehört wohl zur Zeit zu den vier bis fünf besten Kennern des Deuteronomiums. Sein Ansatz ist grundsätzlich kanonisch. Dabei blendet er aber auch historische Fragen nicht aus, wobei er sich der klassischen josianischen Datierung nicht anschliesst, sondern immer wieder Hinweise für ein wesentlich höheres Alter (prämonarchisch) des Deuteronomiums gibt.

Jesaja

The Book of Isaiah (2 Bde)

John N. Oswalt

 

New International Commentary on the Old Testament

Eerdmans Publishing Company

1998

 

Oswalt ist meiner Kenntnis nach der gründlichste der Kommentare, welche noch die im Autor begründete Einheit des Jesajabuches vertreten.

Ezechiel

Ezekiel's Hope. A Commentary on Ezekiel 38-48

Jacob Milgrom and Daniel I. Block


Cascade Books

2012, 314 Seiten


Was kann man sich mehr wünschen? Jacob Milgrom, neben Moshe Greenberg vielleicht der wichtigste jüdische Ezechiel-Ausleger des 20.Jahrhunderts schreibt in Dialog mit Daniel I. Block, der den meines Erachtens besten christlichen Ezechiel-Kommentar der Neuzeit geschrieben hat, einen Kommentar zu Ezechiel 38-48.

Vom Umschlagtext: "This Volume offers a window into how one Jewish scholar engaged with the work of a Christian scholar. It invites readers to listen in on their conversation, in the course of which they will also hear the voices of medieval Jewish rabbis, particularly R. Eliezer of Beaugency and R. Joseph Kara. While Block and Milgrom are free to disagree in their reading of particular texts, readers will find this dialogue illuminating for their own understanding of the last chapters of Ezekiel."

Ezekiel. A Commentary

Paul M. Joyce

 

t&t clark

2007, 310

 

Ein schlanker Ezechielkommentar mit einer ausgezeichneten Einleitung (auch theologisch gehaltvoll) und einer kurzen kapitelweisen Kommentierung, die wesentliche Fragen anspricht. Zur historischen Einordnung spricht sich Joyce dafür aus, das ganze Buch im 6. Jhd. zu datieren und in seinen Grundzügen Ezechiel selbst zuzuschreiben, wobei er annimmt, dass Schüler Ezechiels das Buch noch ediert haben (inkl. einige redaktionelle Ergänzungen). Denen, die sich nicht einen dicken und teuren zweibändigen Ezechielkommentar anschaffen möchten, ist dieser Kommentar als erste Wahl empfohlen.

Ezechiel (3 Bde)

Moshe Greenberg

 

Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Verlag Herder

2001ff.

 

Moshe Greenberg ist ein konservativer jüdischer Exeget. Er betont die Einheit des Ezechiel-Buches und schreibt es im Wesentlichen dem Propheten Ezechiel selbst zu. Karl-Friedrich Pöhlmann, der in der Reihe ATD selbst einen Ezechiel-Kommentar herausgegeben hat, lässt es sich in seinem 2008 erschienenen Buch "Ezechiel. Der Stand der theologischen Diskussion" nicht nehmen, Greenberg einen jüdisch-fundamentalistischen Ansatz zu unterstellen (S.33), eine faire und sachliche Diskussion dieses gründlichen Kommentars, sucht man bei Pöhlmann dementsprechend dann auch vergeblich.

The Book of Ezekiel (2 Bde)

Daniel I. Block

 

New International Commentary on the Old Testament

Eerdmans Publishing Company

1997/8

 

Vom Umschlagtext:

"An extensive introduction helps to orient readers of Ezekiel's prophecies to the times, methods, and message of the prophet and to the special literary features of the book. Block then deals successively with each literary/prophetic unit of Ezekiel. The treatment of each unit consists of a fresh translation of the text accompanied by technical textual notes, a discussion of the style and structure of the pericope, a verse-by-verse commentary on the unit, and theological reflections on the significance of the unit. Throughout the commentary special attention is also paid to the rhetorical methods that the prophet employs to get his message across to his original audience.

In bringing questions of contemporary importance to the text of this ancient document, Block convincingly demonstrates not only that the message of Ezekiel can be understood but also that its message is highly pertinent today."

To most modern readers the book of Ezekiel is a mystery. Few can handle Ezekiel's relentless denunciations, his unconventional antics, his repetitive style, and his bewildering array of topics. This excellent commentary by Daniel I. Block makes sense of this obscure and often misunderstood prophet and demonstrates the relevance of Ezekiel's message for the church today.

An extensive introduction helps to orient readers of Ezekiel's prophecies to the times, methods, and message of the prophet and to the special literary features of the book. Block then deals successively with each literary/prophetic unit of Ezekiel. The treatment of each unit consists of a fresh translation of the text accompanied by technical textual notes, a discussion of the style and structure of the pericope, a verse-by-verse commentary on the unit, and theological reflections on the significance of the unit. Throughout the commentary special attention is also paid to the rhetorical methods that the prophet employs to get his message across to his original audience.

In bringing questions of contemporary importance to the text of this ancient document, Block convincingly demonstrates not only that the message of Ezekiel can be understood but also that its message is highly pertinent today.

An extensive introduction helps to orient readers of Ezekiel's prophecies to the times, methods, and message of the prophet and to the special literary features of the book. Block then deals successively with each literary/prophetic unit of Ezekiel. The treatment of each unit consists of a fresh translation of the text accompanied by technical textual notes, a discussion of the style and structure of the pericope, a verse-by-verse commentary on the unit, and theological reflections on the significance of the unit. Throughout the commentary special attention is also paid to the rhetorical methods that the prophet employs to get his message across to his original audience.

In bringing questions of contemporary importance to the text of this ancient document, Block convincingly demonstrates not only that the message of Ezekiel can be understood but also that its message is highly pertinent today.

 

Jona

Jona - Der widerspenstige Prophet und der gnädige Gott

Beat Weber

 

Biblische Gestalten 27

Evangelische Verlagsanstalt Leipzig

2012, 192 Seiten

 

Kurzbeschrieb:

"Wer hat nicht schon vom Mann, den ein Fisch verschlang und wieder ausspie, gehört? Das Werk, das seinen Namen trägt, gehört zur Weltliteratur. Es wird von jedem Kind verstanden, zugleich rätseln Gelehrte über dessen Sinn. Die Rede ist von »Jona«. So heißt eine Gestalt im Alten Testament. Den gleichen Namen trägt die Schrift, die von ihm, aber noch mehr von Gottes Tun und Lassen handelt. Sie ist Teil des Buches »Zwölfpropheten« (»Kleine Propheten«). Allerdings enthält »Jona« keine Prophetien außer einer einzigen ganz kurzen wie folgenreichen in der Stadt Ninive. Die Botschaft wird vielmehr als Prophetenerzählung (in die ein Psalm eingebettet ist) vermittelt. Der HERR, der Gott Israels und der Gott der ganzen Welt, zeigt sich darin »beweglich«. Er kann aus Mitleid umkehren und Gnade statt Gericht walten lassen."

 

Das Buch ist nicht bibelwissenschaftlich, aber bibelwissenschaftlich verantwortet. Neben der Einführung in den Propheten und die Theologie der Jona-Geschichte ist auch der Wirkungsgeschichte in Kunst und Literatur Platz eingeräumt.

Micha

Das Buch Micha

Manfred Dreytza

 

Edition C / AT 40

R. Brockhaus

2009, 334 Seiten

 

Verlagsbeschreibung der Edition C Reihe:

 

"Der Edition C Bibelkommentar Altes Testament bietet eine sorgfältige, umfassende Erklärung der biblischen Bücher. Alle Bände dieser Reihe zeichnen sich aus durch:
+ ausführliche Einleitung in das jeweilige biblische Buch
+ genaue historische Hintergrundinformationen
+ Zusammenfassung der Theologie bzw. der Argumentation des jeweiligen biblischen Buches.
+ Übersetzung des hebräischen Textes
+ gründliche, wissenschaftlich fundierte Auslegung des Bibeltextes
+ Verweise auf zahlreiche Parallelstellen, auch im Neuen Testament
+ Vorschläge für Hauskreisarbeit, Bibelarbeit und Predigt."

Der Prophet Micha

erklärt von Daniel Schibler

 

Wuppertaler Studienbibel

R.Brockhaus Verlag Wuppertal

3. Aufl. 2002

 

Eine interessante Auslegung, welche von der in der Einleitung diskutierten und begründeten historischen Zuverlässigkeit des Micha-Buches ausgeht. Eine wichtige Rolle in seinen Überlegungen spielt der "Überrest" (Sherit) Israels.

Nahum, Habakuk, Zephania

The Books of Nahum, Habakkuk and Zephaniah

O. Palmer Robertson

 

New International Commentary on the Old Testament

Eerdmans Publishing Company

2.Aufl. 1994

 

Vom Umschlagtext:

"The close-knit bond between prophecy and history, according to O. Palmer Robertson, becomes particularly clear through the study of Nahum, Habakkuk, and Zephaniah. As the historical context of their messages is explored, it becomes ever more apparent that biblical history — in addition to providing the context for prophecy — actually embodies and functions as prophecy. The events that occurred to Judah and its neighbors spoke in anticipation of world-shaking circumstances that were yet to come.

In this commentary Robertson combines the insights of biblical theology with a keen awareness of the age in which we live. After first dealing with the relevant background issues of Nahum, Habakkuk, and Zephaniah — redemptive-historical setting, theological perspective, date and authorship, and so on — Robertson applies the care and precision of an exegete and the concern of a pastor to his verse-by-verse exposition of each book. The result is a relevant confrontation with the ancient call to repentance and faith — a confrontation greatly needed in today’s world."

Sacharja

Zechariah

Al Wolters

 

Historical Commentary on the Old Testament

Peeters

2014, LII+475 Seiten

 

Verlagsbeschrieb: "The contribution of this commentary to the understanding of the book of Zechariah is mainly in four areas. The first is close attention to philological detail, with a special focus on textual criticism, lexical semantics, and literary wordplay. A second area of interest is in the history of interpretation of the book, and takes into account a wide range of exegetical material, from rabbinic and patristic times to the present. A third area of interest is in intertextuality. Many passages become fully intelligible only when they are understood as alluding to earlier Scripture. Finally, the commentary has an interest in Christian theological interpretation. The commentary is also remarkable in that it breaks with the traditional division of the book into two parts, and argues that it consists instead of three independent and quite different parts, each of which is attributable to the prophet after whom the book is named."

Hohelied

Song of Songs

Richard S. Hess

 

Baker Commentary on the Old Testament Wisdom and Psalms

Baker Acedemic 

2005, 285 Seiten

 

Vom Buchumschlag:

„To comment on the book described by Jewish rabbis as „the holy of holies“ is risky: it is too easy to reduce its sublime poetry to banal prose. But Hess`s daring has paid of. Here is a commentary on the Song of Songs that is sensitive, wise, and beautiful. Hess`s thorough scholarship is worn lightly and is used to illuminate the text helpfully. Students, pastors and scholars will find this commentary a rich resource.”

--- Gordon Wenham, University of Gloucestershire 

Daniel

Der Prophet Daniel

erklärt von Gerhard Maier

 

Wuppertaler Studienbibel

R. Brockhaus Verlag Wuppertal

4. Aufl. 1993

 

In einer ziemlich gründlichen Einleitung argumentiert Gerhard Maier hier für die geschichtliche Zuverlässigkeit des Danielbuches und für eine Frühdatierung ins 6. Jahrhundert. Dass auf dieser Grundlage dann auch der Kommentar anders ausfällt als bei der Annahme einer Entstehungszeit in der Makkabäerzeit, versteht sich von selber.

Chronik

Chronik (2 Bde)

Sara Japhet

 

Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament

Verlag Herder

2002 + 2003

 

Vom Umschlag: "Die gegen Ende des 4. Jahrhunderts verfassten Chronikbücher sind ein kunstvoll gestaltetes und theologisch reflektiertes Geschichtswerk über die Geschichte Israels vom Beginn menschlicher Existenz an bis hin zum Edikt des Perserkönigs Kyrus. Gegenüber der älteren Geschichtsdarstellung Gen-Kön ist es eine gründliche Neuformulierung der alten Geschichte (»rewritten bible«) aus einer neuen Perspektive, die nach Antworten für die Gegenwart sucht. Die Chronikbücher sind auf Grund ihrer literarischen Komplexität keine »leichte« Lektüre. Gerade deshalb brauchen sie eine Kommentierung, die sowohl ihre literarische Kunst als auch ihr theologisches Konzept herausarbeitet. Beides leistet der Chronik-Kommentar in herausragender Weise."