Literatur zum lukanischen Doppelwerk
Der Sühnetod des Gottesknechts: Jesaja 53 im Lukasevangelium
Ulrike Mittmann-Richert
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament II/220
Mohr Siebeck
2008, 427 Seiten
Umschlagtext: "Ulrike Mittmann-Richert entwickelt in kritischer Auseinandersetzung mit der älteren und neueren Lukasforschung eine neue lukanische Soteriologie. Sie wendet sich gegen die These, bei Lukas habe das Kreuz Christi nicht den Stellenwert, den es in anderen neutestamentlichen Schriften hat. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, daß Lukas das Kreuzesgeschehen von Jesaja 53 her durchdringt und Jesus auf seinem Weg an das Kreuz konsequent als den von Gott zur Erlösung des Menschen gesandten Gottesknecht stilisiert. Lukas versteht den Kreuzestod Jesu als ein Sühnegeschehen, gleichzeitig als die eschatologische Zeitenwende. Die Autorin erstellt dieses soteriologische Profil des Lukasevangeliums in der Auslegung seiner Haupttexte, vor allem der Passions- und Ostererzählungen."
Lukas als Historiker. Zur Datierung des lukanischen Doppelwerkes
Alexander Mittelstaedt
Texte und Arbeiten zum Neutestamentlichen Zeitalter 43
francke verlag
2006, 271 Seiten
Der Althistoriker Mittelstaedt untersucht in seiner Dissertation von Neuem die Datierung des lukanischen Doppelwerkes. In einem forschungsgeschichtlichen Abriss zeigt er, wie über Jahrzehnte hinweg Theologen einander abgeschrieben haben, oft, ohne die Gegenargumente zur gängigen Spätdatierung ernsthaft zu überprüfen. Anschliessend behandelt Mittelstaedt die relevanten Fragen (insbesondere die Tempelzerstörung um 70 n.Chr. und allfällige Anspielungen im LkEv darauf, den abrupten Schluss der Apostelgeschichte und die Wir-Berichte in der Apostelgeschichte) und kommt schlussendlich zu einer Datierung Ende der 50er Jahre, wobei sich die Fertigstellung der Apostelgeschichte dann noch um einige Jahre in die 60er Jahre hinein verzögerte.
Lukas als Historiker der letzten Jesusreise
Armin Daniel Baum
TVG R.Brockhaus
1993, 462 Seiten
(md). Diese umfangreiche Dissertation umfasst u.a. eine gründlichen Exegese des Lukasprologs (Lk. 1,1-4) deren Ergebnisse dann auf den sogenannten lukanischen Reisebericht (Lk. 9-18/19) angewendet werden. Es wird deutlich, dass Lukas als antiker Historiker bestrebt ist Gegenwartsgeschichte wahrheitsgetreu wiederzugeben und dazu insbesondere Augenzeugen befragt hat.
Artikel: "Literary Dependence and Luke's Prologue"
Paul W. Felix
In: Robert L. Thomas/F. David Farnell: The Jesus Crisis. The Inroads of Historical Criticism into Evangelical Scholarship, S.271-288
Kregel Academic & Professional
1998, 420 Seiten
(md). Die literarische Abhängigkeit der synoptischenEvangelien ist die wichtigste Voraussetzung der Zwei-Quelle-Theorie. Es gibtaber einen Text im Neuen Testament der Auskunft darüber gibt welche Quellen derAutor kannte und verwendet hat: Der Lukasprolog Lk. 1,1-4.
Paul W. Felix hat sich mit diesem Text intensivauseinandergesetzt und kommt zu demSchluss, dass der Lukasprolog einer literarischen Abhängigkeit im Sinnen der Zwei-Quellen-Theorie eindeutigwiderspricht. Anhand von Lk. 1,1-4 sieht man stattdessen, dass Lukas, ganz imSinne der Traditionshypothese, hauptsächlich mündliche Berichte von Augenzeugenals Quelle verwendet hat.
Der Artikel kann kostenlos hier heruntergeladen werden (pdf).
Artikel: "Der Heidenapostel und sein Historiker. Zur historischen Kritik der Apostelgeschichte"
Helga Botermann
In: Theologische Beiträge 24 (1993).
md. Die Althistorikerin untersucht, ob man Lukas als antiken Historiker verstehen sollte. Ihr Fazit:
„Aus den vorstehenden Erörterungen sind drei Punkte festzuhalten: 1. Lukas will einen wahrheitsgemäßen Bericht geben. 2. Seine Darstellung schöpft weitgehend aus Augenzeugenberichten. Teilweise sind eigene Erinnerungen verwendet. 3. Er schrieb für eine zeitgenössische Leserschaft, die aus Erzählungen oder aus eigener Kenntnis ein Urteil von den Dingen besaß. Es besteht also keine Veranlassung, seiner Geschichtserzählung von vornherein mit einem pauschalem Skeptizismus zu begegnen und Lukas die Beweislast zuzuschieben (...).“
Gekürzte Fassung hier online lesbar (pdf).
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