Exodus
Exodus 19-40
Christoph Dohmen
Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament
Verlag Herder
2004, 415 Seiten
Wenn man Kommentare zu Texten aus dem Pentateuch liest, wird man üblicherweise von literarkritischen Spekulationen völlig erschlagen. Vieles ist auch wenig nachvollziehbar, wenn man nicht in den inneren (fast ist man versucht zu sagen: esoterischen) Kreis einer literarkritischen Schule gehört. Der Zugang von Dohmen ist erfrischend: "Wendet man sich beim Kommentieren der Frage der Entstehung des Textes zu, so kann das nur zur Absicherung des Verständnisses geschehen, und zwar dort, wo die Genese dieses Textes in ihm selbst greifbar wird. Anderenfalls müsste der Kommentator die rekonstruierten Textstufen als je eigene Texte kommentieren, weil die Rekonstruktion einer Textgenese letztendlich immer neue Texte hervorbringt." (S.30)
Dadurch, dass Dohmen den Text nicht in einer vorgefertigten, literar- und redaktionskritischer Schablone liest, ist er offen für Entdeckungen, welche ausserhalb des Horinzontes literarkritischer Scheuklappen liegt. Interessant ist etwa seine Interpretation von Ex 20,24, wenn man bedenkt, was für eine zentrale Stellung dieser Vers seit Wellhausen für die Rekonstruktion einer Geschichte Israels hat. Auch theologisch enthält dieser Kommentar wertvolle Einsichten.
Leviticus
Leviticus (3 Bde)
Jacob Milgrom
The Ancor Bible
Doubleday
1991, 2000, 2001
Der umfassendste und gründlichste Kommentar zum Buch Leviticus. Da Jacob Milgrom, ein konservativer jüdischer Gelehrter, die allgemein übliche Spätdatierung priesterschriftlicher Texte ablehnt, wird dieser Kommentar oft in Randbemerkungen oder Fussnoten beiläufig abgetan, ohne dass eine gründliche Auseinandersetzung mit seinen Argumenten stattfindet.
The Book of Leviticus
Gordon J. Wenham
New International Commentary on the Old Testament
Eerdmans Publishing Company
1979
Gordon J. Wenham gehört zu den "Big Players" unter den eher evangelikalen Alttestamentlern. Er setzt sich entsprechend kritisch mit den (zu seiner Zeit) gängigen Positionen der Pentateuchkritik auseinander.
Deuteronomium
Deuteronomy
James Gordon McConville
Apollos Old Testament Commentary
Apollos/InterVarsity Press
2002
McConville gehört wohl zur Zeit zu den vier bis fünf besten Kennern des Deuteronomiums. Sein Ansatz ist grundsätzlich kanonisch. Dabei blendet er aber auch historische Fragen nicht aus, wobei er sich der klassischen josianischen Datierung nicht anschliesst, sondern immer wieder Hinweise für ein wesentlich höheres Alter (prämonarchisch) des Deuteronomiums gibt.
Jesaja
The Book of Isaiah (2 Bde)
John N. Oswalt
New International Commentary on the Old Testament
Eerdmans Publishing Company
1998
Oswalt ist meiner Kenntnis nach der gründlichste der Kommentare, welche noch die im Autor begründete Einheit des Jesajabuches vertreten.
Ezechiel
Ezechiel (3 Bde)
Moshe Greenberg
Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament
Verlag Herder
2001ff.
Moshe Greenberg ist ein konservativer jüdischer Exeget. Er betont die Einheit des Ezechiel-Buches und schreibt es im Wesentlichen dem Propheten Ezechiel selbst zu. Karl-Friedrich Pöhlmann, der in der Reihe ATD selbst einen Ezechiel-Kommentar herausgegeben hat, lässt es sich in seinem 2008 erschienenen Buch "Ezechiel. Der Stand der theologischen Diskussion" nicht nehmen, Greenberg einen jüdisch-fundamentalistischen Ansatz zu unterstellen (S.33), eine faire und sachliche Diskussion dieses gründlichen Kommentars, sucht man bei Pöhlmann dementsprechend dann auch vergeblich.
Micha
Das Buch Micha
Manfred Dreytza
Edition C / AT 40
R. Brockhaus
2009, 334 Seiten
Verlagsbeschreibung der Edition C Reihe:
"Der Edition C Bibelkommentar Altes Testament bietet eine sorgfältige, umfassende Erklärung der biblischen Bücher. Alle Bände dieser Reihe zeichnen sich aus durch:
+ ausführliche Einleitung in das jeweilige biblische Buch
+ genaue historische Hintergrundinformationen
+ Zusammenfassung der Theologie bzw. der Argumentation des jeweiligen biblischen Buches.
+ Übersetzung des hebräischen Textes
+ gründliche, wissenschaftlich fundierte Auslegung des Bibeltextes
+ Verweise auf zahlreiche Parallelstellen, auch im Neuen Testament
+ Vorschläge für Hauskreisarbeit, Bibelarbeit und Predigt."
Der Prophet Micha
erklärt von Daniel Schibler
Wuppertaler Studienbibel
R.Brockhaus Verlag Wuppertal
3. Aufl. 2002
Eine interessante Auslegung, welche von der in der Einleitung diskutierten und begründeten historischen Zuverlässigkeit des Micha-Buches ausgeht. Eine wichtige Rolle in seinen Überlegungen spielt der "Überrest" (Sherit) Israels.
Hohelied
Song of Songs
Richard S. Hess
Baker Commentary on the Old Testament Wisdom and Psalms
Baker Acedemic
2005, 285 Seiten
Vom Buchumschlag:
„To comment on the book described by Jewish rabbis as „the holy of holies“ is risky: it is too easy to reduce its sublime poetry to banal prose. But Hess`s daring has paid of. Here is a commentary on the Song of Songs that is sensitive, wise, and beautiful. Hess`s thorough scholarship is worn lightly and is used to illuminate the text helpfully. Students, pastors and scholars will find this commentary a rich resource.”
--- Gordon Wenham, University of Gloucestershire
Daniel
Der Prophet Daniel
erklärt von Gerhard Maier
Wuppertaler Studienbibel
R. Brockhaus Verlag Wuppertal
4. Aufl. 1993
In einer ziemlich gründlichen Einleitung argumentiert Gerhard Maier hier für die geschichtliche Zuverlässigkeit des Danielbuches und für eine Frühdatierung ins 6. Jahrhundert. Dass auf dieser Grundlage dann auch der Kommentar anders ausfällt als bei der Annahme einer Entstehungszeit in der Makkabäerzeit, versteht sich von selber.
Chronik
Chronik (2 Bde)
Sara Japhet
Herders Theologischer Kommentar zum Alten Testament
Verlag Herder
2002 + 2003
Vom Umschlag: "Die gegen Ende des 4. Jahrhunderts verfassten Chronikbücher sind ein kunstvoll gestaltetes und theologisch reflektiertes Geschichtswerk über die Geschichte Israels vom Beginn menschlicher Existenz an bis hin zum Edikt des Perserkönigs Kyrus. Gegenüber der älteren Geschichtsdarstellung Gen-Kön ist es eine gründliche Neuformulierung der alten Geschichte (»rewritten bible«) aus einer neuen Perspektive, die nach Antworten für die Gegenwart sucht. Die Chronikbücher sind auf Grund ihrer literarischen Komplexität keine »leichte« Lektüre. Gerade deshalb brauchen sie eine Kommentierung, die sowohl ihre literarische Kunst als auch ihr theologisches Konzept herausarbeitet. Beides leistet der Chronik-Kommentar in herausragender Weise."
Die alternative Theologenbibliothek

