Allgemeine Literatur zu Archäologie und Umwelt des AT

Ancient Near Eastern Thought and the Old Testament

John H. Walton

 

Apollos

2007, 368 Seiten

 

Beschrieb des Verlages:

"This volume provides a thoughtful introduction to the literature of the ancient Near East and a well-considered apology for its importance to exegetical work. John Walton suggests that there are three important roles comparative studies can play in biblical interpretation: critical analysis, defense of the biblical text, and exegesis. He focuses particularly on the third aspect and its importance for preventing misinterpretation through the imposition of modern worldviews.

In the main body of the text, Walton offers a thoughtful introduction to ancient Near Eastern literature and the "common cognitive environment" that it provides for understanding the world of ancient Israel. After surveying types of literature, he considers the perspectives they offer on beliefs about gods, religion, the cosmos, people, and history. Throughout his study, helpful comparative sidebars focus on Old Testament interpretation to illumine the continuities and discontinuities between the Israelites and their neighbors.

This study provides an excellent introduction to the field of comparative studies and will be an important guide for students, scholars, and clergy who want to make use of extrabiblical resources to enrich their understanding of ancient Israel and its scriptures."

Das Alte Testament und der Vordere Orient. Zur historischen Zuverlässigkeit biblischer Geschichte

Kenneth A. Kitchen

 

Brunnen Verlag

2008, 732 Seiten

 

Die deutsche Übersetzung von "On the Reliability of the Old Testament" gewinnt an Übersichtlichkeit durch die Umwandlung der Endnoten in Fussnoten.

 

 

On the Reliability of the Old Testament

Kenneth A. Kitchen

 

Eerdmans Publishing Company

2003, 662 Seiten

 

Das Alterswerk von Kenneth Kitchen. Sein ganzes Leben lang hat er Quellen aus der Umwelt des alttestamentlichen Israels gesammelt und er präsentiert diese Quellenfülle, die ihresgleichen sucht, in diesem umfassenden Werk, in welchem er im nachexilischen Juda beginnt und sich wie ein Archäologe in immer tiefere Schichten hinein gräbt. Abgerundet wird sein Buch mit einer Kritik an verschiedenen aktuellen Positionen zur Geschichte und Archäologie Israels, wie etwa der Position Devers oder derjenigen von Finkelstein.

Zur Umwelt des Alten Testaments

Helmuth Pehlke (Hg.)

 

Hänssler

Edition C AT, Ergänzungsband 1

2002, 450 Seiten

 

(md). Dieser Sammelband mit 13 Artikeln verschiedener Autoren bietet eine Fülle von hilfreichen Informationen.


H. Pehlke:    "Schriftlichkeit im Alten Vorderen Orient und im AT"

                    "Bünde im Alten Vorderen Orient und im AT"

                    "Propheten im Alten Vorderen Orient und im AT"

T. Arnold:     "Gesetzestexte im Alten Vorderen Orient und im AT"

                    "Politische Administration im AT"

D. Bender:    "Literatur im Alten Vorderen Orient"
W. Bluedorn: "Opfer im Alten Vorderen Orient und im AT"

W. Bluedorn + H.-G. Wünch: "Chronologie im Alten Vorderen Orient und im

                      AT"

H.-G. Wünch: "Bildung und Erziehung im Alten Vorderen Orient und im AT"

W. Hilbrands: "Musik im Alten Vorderen Orient und im AT"

B. Weber:     "Eine Einführung in die Poesie des Alten Testamentes im

                     Umfeld des Alten Vorderen Orients"

J.Steinberg:  "Weisheitsliteratur im Alten Vorderen Orient und im AT"

Karl Möller:    "Die Religion der Kanaanäer"

Frühformen des Erkennens. Aspektive im Alten Ägypten

Emma Brunner-Traut

 

Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt

3. Aufl. 1996, 218 Seiten

 

Die Ägyptologin Emma Brunner-Traut zeichnet in ihrem Buch eine grundlegende Verschiedenheit traditionell abendländischer und antiker Wirklichkeitsrezeption nach, die sie für die Welt vor der griechischen Wendezeit als "aspektivische" der modernen "perspektivischen" gegenüberstellt. Unter "aspektivisch" versteht sie ein additives Aufnehmen der Erscheinungsformen. Dies findet sie nicht nur in Kunst, Politik, Rechtswesen, Geschichtsauffassung, Religion, Mathematik, etc. des Alten Ägyptens, sondern auch sonst im Alten Orient.

Nur am Rande weist sie auch auf Israel hin, z.B. auf die zwei Schöpfungstexte. Meines Erachtens lassen sich mit der Aspektive nahezu alle Kriterien, welche von Alttestamentlern klassischerweise für die Quellenscheidung herangezogen wurden, besser erklären. Rezipiert wurde Brunner-Traut soweit ich sehe im Bereich des Alten Testaments kaum. Eine Ausnahme ist H.H. Klement, der die Aspektive in Hinblick auf die nichtchronologischen Anordnungen der Samuelbücher sowie für die Spannung zwischen monarchie-kritischen und monarchie-befürwortenden Texten in den Samuelbüchern fruchtbar macht. Siehe dazu seine Dissertation "II Samuel 21-24" sowie sein Aufsatz "David und 'Hiram von Tyrus'".

Artikel: "Das Verhältnis der Archäologie zur Exegese, dargestellt an drei Beispielen"

Helmuth Pehlke

 

In: Jahrbuch für Evangelikale Theologie 10 (1996), S.7-32.

 

Pehlke stellt die Frage, was Archäologie will und kann, sowie was ihr Platz in der Exegese ist. Er tut dies an drei Beispielen: 1) Die Urgeschichte, 2) Kamele in den Patriarchenerzählungen, 3) Die Landnahme.

Text and Transmission: An Empirical Model for the Literary Development of OT-Narratives

Hans Jürgen Tertel

 

Beihefte zur Zeitschrift für die Alttestamentliche Wissenschaft 221

1994, 341 Seiten

 

Tertel hat diese Arbeit als Dissertation an der Universität Liverpool im Fachbereich Orientalistik eingereicht. Anhand von Beobachtungen bei der Wiederverwendung von Texten im Bereich der assyrischen Königsannalen leitet Tertel empirisch Prinzipien für Vorgänge ab, welche in Analogie für die Literarkritik im Alten Testament Anwendung finden könnten. Dabei zeigt sich: Alle drei Basisannahmen, die als Standardinstrumente traditioneller Literarkritik dienen (Dubletten, Brüche, Textwachstum), erweisen sich als nicht belastbar.

Alter Orient und Altes Testament: Probleme und ihre Lösungen, Aufklärung und Erläuterung.

Kenneth A. Kitchen

 

R. Brockhaus Verlag Wuppertal

1965, 117 Seiten

 

Der renommierte Liverpooler Ägyptologe hat als Nichttheologe eine erfrischende Perspektive auf die historische Arbeit von Alttestamentlern, insbesondere in Bezug auf den Pentateuch. Mit seiner reichen Kenntnis an ägyptischen und altorientalischen Quellen kritisiert er den klassischen historisch-kritischen Umgang mit den biblischen Quellen und schlägt Alternativen vor.

Prämonarchische Zeit

Artikel: "Egypt and Israels Cultural Setting: A Quest for Evidential Possibilities"

Rodger Dalman

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 51.3 (2008), S.449-488.

 

Dalman behandelt Fragen rund um den kulturellen und historischen Sitz Israels in der prämonarchischen Zeit (Patriarchen, mosaische Zeit, Landnahme, Richterzeit) im Zusammenhang mit Ägypten. Er geht zunächst auf Unsicherheiten in der ägyptischen Chronologie ein, bevor er für die Patriarchenzeit das 19.- und das 18.Dynastiemodell diskutiert und anschliessend die Konsequenzen der beiden Modelle für Exodus, Landnahme und Richterzeit bespricht. Schliesslich wendet er sich Ägypten zu und abschliessend der Philister-Problematik. Seine Schlussfolgerung lautet, dass ein sicherer Entscheid für eines der beiden Modelle nicht möglich sei und dass die Diskussion gleichermassen von unterschiedlichen Auffassungen akademischer Kompetenz und religiöser Orthodoxie geprägt sei wie von textlicher und historischer Evidenz.

 

Exodus und Landnahme

Biblische Archäologie am Scheideweg? Für und Wider einer Neudatierung archäologischer Epochen im alttestamentlichen Palästina

Peter Van der Veen & Uwe Zerbst (Hg.)

 

Studium Integrale

Hänssler Verlag

2. Aufl. 2003, 535 Seiten

 

In diesem Sammelband wird das Für und Wider der These der Herausgeber diskutiert, dass die wahrscheinliche Ursache von Diskrepanzen zwischen den biblischen Berichten und dem archäologischen Befund in einer fehlerhaften Datierung der archäologischen Horizonte zu suchen ist.

Neben Beiträgen der Autoren enthält der Band auch Beiträge von:

David M. Rohl, Aidan Dodson, Karl Jansen-Winkeln, John J. Bimson, Bernard Newgrosh, Robert M. Porter, Martin Heide, Wayne A. Mitchell

Keine Posaunen vor Jericho? Beiträge zur Archäologie der Landnahme

Peter Van der Veen & Uwe Zerbst (Hg.)

 

Studium Integrale

Hänssler Verlag

2005, 155 Seiten

 

Dieses Buch ist eine Antwort auf das Buch "Keine Posaunen vor Jericho" von Finkelstein/Silberman. Es enthält folgende Beiträge:

A. Die Herkunft des Volkes Israel. Biblische Landnahme oder Volkwerdung in Kanaan? (Uwe Zerbst & Peter Van der Veen)

B. Wann eroberte Josua Kanaan, am Ende der Mittleren Bronzezeit IIC oder am Ende der Späten Bronzezeit I? (John J. Bimson=

C. Die Grösse der israelitischen Bevölkerung während der Wüstenwanderung und Landnahme (Uwe Zerbst)

D. Das Gericht an den Göttern Ägyptens. Die zehn Plagen in 2.Mose 7-12 aus der religiösen Perspektive des Alten Ägypten (Uwe Zerbst & Peter Van der Veen)

Artikel: "Propositions for Evangelical Acceptance of a Late-Date Exodus-Conquest: Biblical Data and the Royal Scarabs from Mt. Ebal"

Ralph K. Hawkins

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 50.1 (2007), S.31-46.

 

Hawkins stellt zuerst kurz die Geschichte der Datierung des Exodus in der Forschung auf und erklärt, aus welchen Gründen evangelikale Kreise dazu gekommen sind, eine Frühdatierung ins 15. Jh. zu vertreten. Diese Frühdatierung zieht er anschliessend von zwei Gesichtspunkten her in Zweifel: Von einem (bibel-)textlichen Gesichtspunkt her und von einem archäologischen Gesichtspunkt her (Königliche Skarabäen vom Mount Ebal).

Artikel: "A Critical Analysis of the Evidence from Ralph Hawkins for a Late-Date Exodus-Conquest"

Rodger C. Young und Bryant G. Wood

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 51.2 (2008), S.225-244.

 

Young und Wood antworten auf den Artikel von Hawkins in JETS 50.1 mit einer Kritik an seinen textlichen und archäologischen Argumenten.

Artikel: "The Date of the Exodus-Conquest Is Still an Open Question: A Response to Rodger Young and Bryant Wood"

Ralph K. Hawkins

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 51.2 (2008), S.245-266.

 

Noch in der selben Ausgabe, in welcher die Kritik von Young und Wood auf den Artikel Hawkins, der in JETS 50.1 erschienen ist, abgedruckt wird, folgt sogleich dessen Antwort auf die besagte Kritik.

Artikel: "The Rise and Fall of the 13th-Century Exodus-Conquest Theory"

Bryant G. Wood

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 48.3 (2005), S.475-490.

Gratis Pdf des Artikels

 

Der Archäologe Wood greift in diesem Artikel die Datierung des Exodus (als historisches Ereignis, nicht als biblisches Buch) ins 13. Jahrhundert, wie etwa der grosse amerikanische Archäologe W.F. Albright oder auch K.A. Kitchen sie vertreten, an und argumentiert seinerseits für eine frühere Datierung des historischen Ereignisses ins 15. Jahrhundert.

Artikel: "What Is the Biblical Date for the Exodus? A Response to Bryant Wood"

James K. Hoffmeier

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 50.2 (2007), S.225-248.

 

Hoffmeier (Altorientalist/Archäologe und Alttestamentler) antwortet auf den Beitrag von Bryant Wood aus dem JETS 48.3, indem er dessen Argumente kritisiert und an einer Datierung des Exodus ins 13. Jahrhundert festhält. Wie Wood geht aber auch er davon aus, dass der Exodus tatsächlich stattgefunden hat.

Artikel: "The Biblical Date for the Exodus is 1446 BC: A Response to James Hoffmeier"

Bryant G. Wood

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 50.2 (2007), S.249-258.

 

Wood antwortet erneut gegenüber Hoffmeier und verteidigt die Frühdatierung des Exodus.

Artikel: "Amenhotep II and the Historicity of the Exodus Pharao"

Douglas Petrovich

 

In: Masters Seminary Journal 17.1 (2006), S. 81-110

 

md. Wer war der Pharao des Exodus? Dieser Aufsatz plädiert für Amenophis II. und somit für eine frühe Datierung des Exodus.

 

Dieser Artikel ist hier online verfügbar (pdf).

Artikel: "Chronologische Fragen zu Jerichos Posaunen, Sauls Königtum und anderen Geschichten"

Herbert H. Klement

 

In: Jahrbuch für evangelikale Theologie 17 (2003), S.7-34.

 

Wie der Titel sagt, befasst sich der Aufsatz mit chronologischen Fragen zur Geschichte Israels. Klement zeigt konservative Ansätze auf und setzt sich auseinander einerseits mit dem Buch "Keine Posaunen vor Jericho" von Finkelstein/Silberman, andererseits mit dem Ansatz von Zerbst/Van der Veen, die eine Revision der ägyptischen Chronologie vorschlagen.

 

Chronologische Fragen... (mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Herbert H. Klement)
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Artikel: "Biblische Archäologie und die Notwendigkeit einer revidierten ägyptischen Chronologie"

Uwe Zerbst, Peter Van der Veen und John Bimson

 

In: Jahrbuch für evangelikale Theologie 18 (2004), S.67-92

 

Dieser Aufsatz ist die Antwort auf den Aufsatz "Chronologische Fragen..." im JETh 2003, in welchem H.H. Klement den Ansatz der Autoren, welche die ägyptische Chronologie revidieren zu wollen, kritisiert hat.

Artikel: "The Sphinx Stele of Tutmose IV and the Date of the Exodus"

Charles F. Aling

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 22.2 (1979), S.97-101.

Gratis Pdf des Artikels

 

In diesem kurzen Artikel diskutiert Aling eine Frühdatierung des Exodus im 15. Jh. im Zusammenhang mit der Frage, wer gemäss dieser Datierung der Pharao des Exodus war, auf dem Hintergrund der Sphinx Stele von Tutmose IV.

Artikel: "The Dating of Hazor's Destruction in Joshua 11 by Way of Biblical, Archaeological, and Epigraphical Evidence"

Douglas Petrovich

 

In: Journal of the Evangelical Theological Society 51.3 (2008), S.489-512

 

Wie der Titel des Artikels sagt, untersucht Petrovich den biblischen, archäologischen und epigraphischen Befund bezüglich der Zerstörung von Hazor bei der Landnahme Kanaans unter der Führung Josuas.

Silberrollen von Ketef Hinnom

Artikel: "A Revised Date for Pentateuchal Texts? Evidence from Ketef Hinnom"

Erik Waaler

 

In: Tyndale Bulletin 53.1 (2002), S.29-56.

 

Waaler diskutiert die Silberrollen von Ketef Hinnom in Hinblick auf die allgemeine späte Datierung von Texten des Pentateuch. Da die Rollen Textmaterial der sogenannten Priesterschrift enthalten (Num 6,24-26) und Textmaterial des Deuteronomiums (Dt 7,9) stellt sich die Frage, ob nicht schon vor der josianischen Reform ein Text existiert hat, welcher priesterschriftliche Texte und Deuteronomium gemeinsam enthielt.

Einzelthemen

Artikel: "Israel in Canaan (long) before Pharao Merenptah? A fresh look at Berlin Statue Pedestal Relief 21687"

Peter Van der Veen; Christoffer Theis; Manfred Görg

 

In: Journal of Ancient Egypt Interconnections 2:4 (2010), S.15-25

 

Dieser Artikel argumentiert für eine Lesweise des im Titel genannten Reliefs, laut welchem "Israel" auf diesem Relief genannt wird, lange bevor es nach den gängigen Theorien in Kanaan überhaupt existiert haben dürfte.

Artikel: "Questions of Reading and Writing in Ancient Israel"

Richard S. Hess

 

In: Bulletin for Biblical Research 19.1 (2009)

 

Hess untersucht die Rolle von Lesen, Schreiben und Literarizität in Israel anhand von inschriftlicher Evidenz, dem altvorderorientalischen Kontext und vergleichender anthropologischer Diskussion.