Monatszitat Mai 2016

Am besten lässt sich die Konzeption der modernen Theologie als "Glaube an den Glauben" beschreiben, im Gegensatz zu einem Glauben an ein tatsächlich vorhandenes Gegenüber. Der moderne Glaube ist das Gegenteil des christlichen Glaubens, denn der moderne Mensch kann nichts über den Gegenstand seines Glaubens aussagen, sondern lediglich über den Glauben selbst sprechen. Er kann die Existenz und die Grösse seines Glaubens beschreiben, der aller Vernunft trotzt - das ist aber auch alles. Der Glaube des modernen Menschen wendet sich also nach innen.

Für den Christen besteht der Wert des Glaubens im Gegenüber, auf das sich dieser richtet. Sein Glaube wendet sich nach aussen, zu dem Gott, der wirklich da ist, und zu dem Christus, der ein für allemal in der Geschichte am Kreuz starb, das Erlösungswerk vollbrachte und am dritten Tag in Zeit und Raum auferstand. Aus diesem Grund ist der christliche Glaube diskutierbar und verifizierbar.

In der modernen Theologie dagegen ist der Glaube nach innen gekehrt, denn er hat kein festes Gegenüber, und die Verkündigung unangreifbar, denn sie kann nicht rational diskutiert werden.

 

Francis Schaeffer, Gott ist keine Illusion