Monatszitat August 2016

Die Verschiebung von der modernen Wissenschaft zu dem, was ich moderne moderne Wissenschaft nennen möchte, war eine Verschiebung von dem Glauben an die Gleichartigkeit natürlicher Kausalitäten in einem offenen System zu dem Glauben an die Gleichartigkeit natürlicher Kausalitäten in einem geschlossenen System. In der letzteren Anschauung gibt es nichts ausserhalb der allumfassenden kosmischen Maschine; alles, was existiert, ist ein Teil von ihr.

 

Die Wissenschaftler im 17. und 18. Jahrhundert gebrauchten weiterhin das Wort Gott, drängten ihn selbst aber immer mehr an den Rand ihrer Systeme. Schliesslich kamen die Wissenschaftler dieser Denkrichtung zu dem Konzept eines völlig geschlossenen Systems. Darin gibt es für Gott keinen Platz mehr. Aber ebenso gibt es darin keinen Platz mehr für den Menschen. Der Mensch als solcher verschwindet, er ist nur mehr eine Art von determinierter oder behaviouristischer Maschine. Alles gehört zur kosmischen Maschine, auch die Menschen. Anders ausgedrückt: Vor dem Beginn der modernen Wissenschaft ... wurden die Gesetze der Kausalität in der Physik, Astronomie und Chemie angewandt. Heute werden die mechanischen Prinzipien von Ursache und Wirkung auch in der Psychologie und Soziologie angewandt.

 

Francis Schaeffer, Wie können wir denn leben?